Wenn das ganze Dorf gemeinsam feiert

Die Tradition pflegen und dabei die Jugend und das ganze Dorf mit einbeziehen – das ist den Schützen aus Godensholt wichtig. Deswegen wurde beim 92. Schützenfest nicht nur für die Schützen, sondern für alle Bürger ein buntes Programm organisiert. „Unser Schützenfest soll gleichzeitig ein Volksfest sein, bei dem jedem etwas geboten wird“, betonte Jürgen Bölts, 1. Vorsitzender des SV Godensholt.

Diesem Aufruf folgten viele Bürger: Zahlreiche Schaulustige kamen am Montag zur Proklamation auf dem Schützenplatz. Doch bevor der neue König proklamiert wurde, ehrte Bölts einige Mitglieder: Ehrenpräsident Johann Reiners erhielt die Goldene Ehrennadel für 60-jährige Mitgliedschaft, Hildegard Janßen und Klaus-Dieter Droste wurden für 40 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet und der Deutsche Schützenbund ehrte Norbert Jeske für seine Arbeit im Hintergrund als „Stiller Star“. „Wenn das Schützenfest vorbei ist, beginnt für dich der ruhige Teil und du sagst dir: ,Ich hol mir ne Kiste Sekt, die blubber ich dann weg’“, scherzte Bölts.

Im Anschluss stieg die Spannung bei den Schützen. Jeder, der als Nächstes aufgerufen wurde, konnte der neue König sein. Bölts ließ einige Kandidaten zunächst zappeln, ehe er Jürgen Oltmanns nach vorne rief: Mit 27 Ringen hatte er die Königswürde erlangt. Dafür bekam er die Königskette und eine Ehrenurkunde: „Ich habe bereits im letzten Jahr versucht, König zu werden. Umso mehr freue ich mich, dass es nun geklappt hat“, zeigte sich Oltmanns glücklich.

Er ist in Godensholt, 500 Meter vom Schützenplatz entfernt aufgewachsen und seit 1998 im Verein. „Ich werde den Verein bei so vielen Festen wie möglich vertreten“, versprach er seinen Schützenschwestern und Schützenbrüdern. Über großen Zuspruch der auswärtigen Vereine freuten sich auch die Godensholter: „Am Sonntag kamen über 500 Schützen zusammen, mehr als in den letzten Jahren“, berichtete Bölts.

Junioren-Königin wurde Tomke Wemken, Grietje Wemken und Mandy Raudßus wurden ihre Adjutantinnen. Zur Kaiserin beziehungsweise zum Kaiser wurden Marion Siemer und Jan Delger ernannt.

Nach der Proklamation marschierten die Schützen gemeinsam ins Festzelt und stärkten sich mit einer Erbsensuppe. Am Nachmittag kamen dann die Kinder auf ihre Kosten, ehe die Schützen ihr Fest am Abend beim großen Königsball ausklingen ließen.

Insgesamt zog Bölts ein positives Fazit des Schützenfest-Wochenendes: „Am Freitag kamen über 400 Menschen ins Festzelt, und auch der Auftritt der ,Brugger Buam’ am Samstag war gut besucht, das war Alpenrock vom Feinsten“, freute sich Bölts. Auch Laien konnten sich im Schießen beweisen und somit in den Sport hinein schnuppern. Um die Jugendlichen fürs Schützenwesen zu begeistern, informierte der Verein auch über die Unterstützung: „Eine komplette Ausrüstung kostet 2500 Euro, diese wird zunächst vom Verein gestellt, wenn jemand bei uns anfangen möchte“, sagte Bölts. Immer dienstags und donnerstags fände das Training der Nachwuchs-Schützen statt.

Bürgermeister Matthias Huber lobte in seinem Grußwort das Engagement des Vereins: „Ihr habt es geschafft, dass auch die Jugendlichen und die Nicht-Schützen hier gemeinsam mit euch feiern.“

Aus der Nordwestzeitung vom 08.08.0217, verfasst von Nils Coordes und Kim Hinrichs

 

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